Die Geschichte der Familien Koschel und Weber.

Unsere Geschichte beginnt nach dem aktuellen Stand der Informationen im Jahr 1776 mit der Geburt von Johannes Weber im heutigen Baden Württemberg das zu der Zeit zu Preußen gehörte.
Deutschland hieß damals noch "Heiliges Römisches Reich deutscher Nation" und wurde vom Kaiser Joseph II regiert.
In einem kleinen Städtchen mit dem Namen "Klein Sachsenheim" sind die Wurzeln der Familie Weber und möglicherweise auch der Familie Koschel zu suchen.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts machte auch Württemberg eine schwierige Zeit durch. Es gab Hungersnöte und Mißernten und was den Menschen sicherlich auch zu schaffen machte war, daß sie Ihren Glauben nicht frei ausleben konnten.
Diese Probleme und sicherlich auch der große Umbruch durch die französische Revolution hat viele Menschen aus Württemberg, und damit auch unsere Vorfahren, dazu bewegt aus ihrer Heimat auszuwandern.
Es war eine lange Reise, die die Auswanderer sich vorgenommen hatten. Im Jahr 1792 machten sich die Familie von Johannes Weber und die Famile Koschel (in dieser Zeit kannten sich die Familien noch nicht) auf den Weg. Es ging mit einem Schiff über den Fluß, die Donau, in Richtung Ungarn.

Das Ziel war ein kleines Dorf im damaligen Ungarn mit dem Namen Torschau. Es liegt in der Nähe von Belgrad im heutigen Serbien.
Torschau war ein kleines, beschauliches Dörfchen in dem sich hauptsächlich deutsche Familien aus Württemberg angesiedelt haben. Hier haben sich die Familien Koschel und Weber auch kennengelernt und hier beginnt die gemeinsame Geschichte. Zum Beispiel heiratete Georg Jakob Koschel der 1796 geboren ist in Torschau Anna Maria Weber.
Die Familien Weber und Koschel lebten hier 36 Jahre lang. Hier hörten sie wohl auch von der Einladung des russischen Zaren Alexander I an deutsche Einwanderer. Der fruchtbare Boden, die garantierte Religionsfreiheit und die Freistellung von Steuern und vom Militärdienst waren wohl die Gründe warum die Familien sich entschlossen haben von Torschau aus nach Russland weiterzuziehen.

Im Jahr 1828 packten die Familien Weber und Koschel also wieder ihre Sachen und zogen, diesmal gemeinsam, nach Russland.
In der Nähe von Odessa, im Dorf Neu-Freudental fanden sie eine neue Heimat. Neu-Freudental wurde von 47 deutschen Bauernfamilien aus Würtemberg und Alt-Freudental gegründet. Jede Familie erhielt ein großes Stück fruchtbares Land. Und obwohl die Familen nicht viel hatten als sie in Neu-Freudental ankahmen, hatten sie sich alle in kurzer Zeit einiges erarbeitet. Nach nur 10 Jahren hatten alle Familien viele Kühe, Pferde und Wagen. Dem ganzen Dorf ging es in der Zeit recht gut, so daß 1838 in Neu-Freudental eine Schule eröffnet wurde.
Hier blieben die Familien über 100 Jahre. Hier wurden auch Wilhem Weber und Margarethe Hetterle geboren, die die Eltern von Helene Weber unserer Mutter und Großmutter sind, genauso wie Martin Koschel und Rosa Schweinfurt, die die Eltern von Martin Koschel unserem Vater und Großvater sind.